Was ist Retargeting? Leitfaden für Werbestrategien zur Steigerung der Conversion-Rate

Retargeting ist eine digitale Werbestrategie, die Nutzer, die eine Website besucht, aber keine Conversion durchgeführt haben, erneut anspricht und zurückruft. Etwa 97 Prozent der Besucher kaufen bei ihrem ersten Besuch nicht ein; Retargeting bringt diese abspringenden Nutzer wieder mit der Marke zusammen und steigert so die Conversion-Raten erheblich. In diesem umfassenden Leitfaden wird detailliert erläutert, was Retargeting ist, wie es funktioniert, welche Plattformen genutzt werden und wie eine effektive Retargeting-Kampagne erstellt wird.

Was ist Retargeting?

Retargeting ist eines der leistungsstärksten Instrumente des digitalen Marketings. Sein Hauptziel besteht darin, Nutzer, die bereits zuvor mit der Marke interagiert haben, erneut zu binden. Wenn ein Nutzer Ihre Website besucht, sich Produktseiten ansieht, aber ohne Kauf geht, spielt die Retargeting-Technologie diesem Nutzer beim Surfen im Internet erneut Anzeigen Ihrer Marke aus.

Der grundlegendste Unterschied zwischen Retargeting und traditioneller Werbung liegt in der Art und Weise, wie die Zielgruppe definiert wird. Während bei traditioneller Werbung das Targeting auf demografischen Daten und Interessen basiert, stützt sich Retargeting auf das tatsächliche Verhalten der Nutzer auf der Website. Dadurch wird das Werbebudget effizienter genutzt und eine Zielgruppe mit höherer Conversion-Wahrscheinlichkeit erreicht. Studien zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer, die Retargeting-Anzeigen sehen, mit der Marke interagieren, dreimal höher als bei Nutzern, die kein Retargeting sehen.

Der Unterschied zwischen Retargeting und Remarketing

Die Begriffe Retargeting und Remarketing werden oft synonym verwendet, weisen jedoch technische Unterschiede auf. Während Retargeting sich in der Regel auf cookie-basiertes Werbe-Targeting bezieht, umfasst Remarketing eher E-Mail-basierte Remarketing-Strategien. Während auf der Werbeplattform von Google der Begriff „Remarketing“ verwendet wird, bevorzugen Facebook und andere Plattformen den Begriff „Retargeting“. In der Praxis ergänzen sich beide Strategien und kommen in verschiedenen Phasen des Conversion Funnels zum Einsatz. Wenn E-Mail-Remarketing und Display-Retargeting zusammen verwendet werden, können die Conversion-Raten um bis zu 50 Prozent steigen. Beispielsweise kann eine E-Commerce-Website einem Nutzer, der Produkte im Warenkorb gelassen hat, zuerst eine Display-Anzeige zeigen und dann, falls innerhalb von 48 Stunden kein Kauf erfolgt, eine Erinnerung per E-Mail senden.

Wie funktioniert Retargeting?

Der Retargeting-Prozess basiert auf der Cookie-Technologie. Wenn ein Nutzer Ihre Website besucht, setzt ein auf Ihrer Website platzierter Pixel oder Tag ein Cookie im Browser dieses Nutzers. Nachdem der Nutzer Ihre Website verlassen hat, sendet die Cookie-Information ein Signal an die Werbeplattform, und dem Nutzer wird die Anzeige Ihrer Marke angezeigt. Dieser Prozess besteht aus folgenden Schritten:

Technisch gesehen können Retargeting-Pixel auf zwei Arten funktionieren: serverseitig und clientseitig. Während clientseitige Pixel Daten über JavaScript-Code sammeln, der im Browser des Nutzers ausgeführt wird, übermitteln serverseitige Pixel die Daten in einem datenschutzfreundlicheren Ansatz direkt an den Server der Werbeplattform. Aufgrund moderner Datenschutztrends und Cookie-Einschränkungen werden serverseitige Tracking-Methoden zunehmend bevorzugt.

Wie erstellt man eine Retargeting-Kampagne?

Die Erstellung einer effektiven Retargeting-Kampagne umfasst viele Schritte, von der Wahl der richtigen Strategie und Plattform bis hin zur Kampagnenoptimierung. Im Folgenden wird der Prozess zur Erstellung einer Retargeting-Kampagne Schritt für Schritt detailliert beschrieben.

1. Zielgruppensegmentierung

Der erste Schritt einer erfolgreichen Retargeting-Kampagne besteht darin, die Zielgruppe in die richtigen Segmente zu unterteilen. Anstatt allen Besuchern die gleiche Anzeige zu zeigen, steigert das Anbieten personalisierter Botschaften basierend auf dem Verhalten der Nutzer auf der Website die Conversion-Rate. Bei der Segmentierung können folgende Kriterien verwendet werden:

Zielgruppenanalyse mit Retargeting-Zielgruppensegmentierung
Zielgruppensegmentierung und Targeting in Retargeting-Kampagnen

2. Wahl der richtigen Plattform

Die Plattformwahl sollte basierend auf dem Zielgruppenprofil und den Kampagnenzielen erfolgen. Während B2B-Marken von den professionellen Targeting-Optionen von LinkedIn profitieren, können B2C-Marken die große Reichweite von Facebook und Instagram nutzen. Welche Plattform gewählt wird, hängt vom digitalen Umfeld der Zielgruppe und der Branche der Marke ab. Die Nutzung mehrerer Plattformen erhöht die Reichweite, macht aber auch das Budgetmanagement komplexer; daher wird empfohlen, für jede Plattform ein separates Budget und Performance-Tracking einzurichten.

Es gibt mehrere Plattformen, die für Retargeting-Kampagnen genutzt werden können, und jede bietet unterschiedliche Vorteile. Je nach Kampagnenziel sollte die am besten geeignete Plattform oder Plattformkombination gewählt werden.

3. Reklam Kreatifi Tasarımı

Das Creative-Design spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg von Retargeting-Kampagnen. Da der Nutzer bereits zuvor mit der Marke interagiert hat, sollten anstelle allgemeiner Markenbotschaften personalisierte und handlungsorientierte Inhalte präsentiert werden. Visuelle Konsistenz stärkt die Markenbekanntheit, während eine Vielfalt an Botschaften Werbemüdigkeit verhindert. Retargeting-Anzeigen im Videoformat können eine um 20-30 Prozent höhere Interaktionsrate erzielen als statische Bilder.

Die Qualität der Creatives bei Retargeting-Anzeigen beeinflusst den Kampagnenerfolg direkt. Da der Nutzer die Marke bereits kennt, muss die kreative Botschaft personalisiert und handlungsauffordernd sein. Effektive Creative-Strategien sind:

Retargeting-Strategien und Best Practices

Um erfolgreiche Ergebnisse bei Retargeting-Kampagnen zu erzielen, ist es wichtig, bewährte Strategien anzuwenden. Im Folgenden werden die effektivsten Retargeting-Ansätze detailliert beschrieben.

Strategie für Warenkorbabbrecher

Warenkorbabbrecher sind eines der wertvollsten Segmente im Retargeting, da sie eine klare Kaufabsicht gezeigt haben. Zu den Strategien für diese Zielgruppe gehören Erinnerungsanzeigen, Rabattangebote und das Versprechen von kostenlosem Versand. Die Konversionsrate von Warenkorb-Retargeting-Anzeigen ist 3-5 Mal höher als bei durchschnittlichen Retargeting-Anzeigen. In Bezug auf das Timing erzielen Anzeigen, die innerhalb der ersten 24 Stunden geschaltet werden, die größte Wirkung; daher ist ein schnelles Eingreifen durch Automatisierungsregeln von entscheidender Bedeutung.

Retargeting nach Phase des Conversion Funnels

Für jede Phase des Conversion Funnels sollten unterschiedliche Retargeting-Botschaften entworfen werden. Während einem Nutzer, der eine Produktseite besucht hat, eine Anzeige zur Erinnerung an die Produktmerkmale gezeigt wird, kann einem Nutzer, der bis zur Preisseite vorgedrungen ist, ein spezielles Preisangebot unterbreitet werden. Die Übermittlung unterschiedlicher Botschaften an den Nutzer in verschiedenen Phasen steht im Einklang mit den Prinzipien der Conversion-Rate-Optimierung und erhöht die Effizienz des Funnels. Am oberen Ende des Funnels sollten informationsorientierte Inhalte bereitgestellt werden, während am unteren Ende direkte Kaufanreize genutzt werden sollten.

Frequenzmanagement und Werbemüdigkeit

Eines der größten Risiken beim Retargeting ist die Werbemüdigkeit (Ad Fatigue), die entsteht, wenn ein Nutzer dieselbe Anzeige wiederholt sieht. Das Frequenzmanagement wird verwendet, um zu begrenzen, wie oft ein Nutzer eine Anzeige in einem bestimmten Zeitraum sieht. Ein Limit von 3-5 Impressionen pro Tag und 15-20 Impressionen pro Woche ist ein allgemeiner Ausgangspunkt. Um Werbemüdigkeit zu vermeiden, wird empfohlen, die Creatives alle 2-3 Wochen zu erneuern und verschiedene Botschaftsformate zu verwenden. Zudem erhöht das Erstellen von negativen Zielgruppenlisten, um unnötige Anzeigenschaltungen für Nutzer zu verhindern, die bereits konvertiert sind, die Budgeteffizienz.

Retargeting-Messung und KPIs

Um die Performance von Retargeting-Kampagnen zu bewerten, ist es zwingend erforderlich, die richtigen Metriken zu verfolgen. Die wichtigsten Leistungsindikatoren sind:

Retargeting-Kampagnen-Performance-Metriken und ROI-Analyse
Performance-Messung und ROI-Tracking in Retargeting-Kampagnen

Den Erfolg von Retargeting-Kampagnen zu messen, Digital-Marketing-KPIs sollte in diesem Rahmen bewertet werden, und die Budgetallokation sollte über diese Metriken optimiert werden. Der Vergleich verschiedener Creatives und Targeting-Strategien mittels A/B-Tests ist für eine kontinuierliche Verbesserung unerlässlich.

A/B-Testing-Ansatz im Retargeting

A/B-Tests sind die grundlegende Methode, um eine kontinuierliche Verbesserung in Retargeting-Kampagnen zu gewährleisten. Kontrollierte Experimente mit Schlagzeilen, Bildern, Farben, Call-to-Action-Sätzen und Targeting-Parametern helfen dabei, die effektivste Kombination zu ermitteln. Es ist wichtig, in jedem Test nur eine Variable zu ändern und genügend Daten zu sammeln, um statistische Signifikanz zu erreichen. Testergebnisse ermöglichen eine effiziente Verteilung des Kampagnenbudgets.

Häufig gestellte Fragen zu Retargeting

Ist Retargeting mit Datenschutzgesetzen vereinbar?

Retargeting kann in Übereinstimmung mit Datenschutzgesetzen wie KVKK und GDPR durchgeführt werden. Hierfür müssen Cookie-Hinweise und Einwilligungsmechanismen bereitgestellt, anonyme Daten verwendet und den Nutzern ein Opt-out-Recht eingeräumt werden. Retargeting-Kampagnen, die nach dem Transparenzprinzip verwaltet werden, gewährleisten sowohl rechtliche Konformität als auch ein höheres Nutzervertrauen.

Wie hoch sollte das Retargeting-Budget sein?

Das Retargeting-Budget kann zwischen 10 und 30 Prozent des gesamten digitalen Werbebudgets liegen. Die Budgetverteilung wird optimiert, während die Kampagnenleistung überwacht wird. Bei neu startenden Kampagnen wird empfohlen, mit einem niedrigen Budget zu testen und das Budget schrittweise zu erhöhen, wenn die Ergebnisse positiv sind.

Können Retargeting und SEO zusammen verwendet werden?

Retargeting und SEO sind komplementäre Strategien. Nachdem mit SEO organischer Traffic gewonnen wurde, kann die Konversionsrate erhöht werden, indem dieser Traffic durch Retargeting zurückgeholt wird. Zudem können mit Informationen aus Wettbewerbsanalysen Retargeting-Zielgruppen erweitert werden. Qualifizierter Traffic durch SEO kann mit Retargeting höhere Konversionsraten erzielen.

Was sind die häufigsten Fehler beim Retargeting?

Zu den häufigsten Fehlern gehören eine zu hohe Anzeigenfrequenz, unzureichende Segmentierung, veraltete Creatives und Targeting außerhalb des Conversion Funnels. Diese Fehler verschwenden nicht nur das Werbebudget, sondern schaden auch der Markenwahrnehmung. Strategische Planung und kontinuierliche Optimierung minimieren diese Risiken. Insbesondere mangelnde Segmentierung führt dazu, dass die richtige Botschaft nicht an die richtige Zielgruppe übermittelt wird, was die Gesamtleistung der Kampagne erheblich mindert.

Ergebnis

Retargeting ist ein unverzichtbarer Bestandteil der digitalen Marketingstrategie. Es bietet eine einzigartige Stärke darin, Nutzer, die die Website verlassen haben, zurückzuholen, die Konversionsrate zu steigern und das Werbebudget effizient zu nutzen. Für eine erfolgreiche Retargeting-Kampagne sind eine korrekte Zielgruppensegmentierung, die Auswahl der geeigneten Plattform, ein beeindruckendes Creative-Design und ein kontinuierliches Performance-Tracking erforderlich. Retargeting-Maßnahmen, die im Rahmen der Einhaltung von Datenschutzregeln datengesteuert und nutzerorientiert durchgeführt werden, ermöglichen es Marken, im digitalen Wettbewerb hervorzustechen. Content-Marketing-Strategien integriertes Retargeting geht über das bloße Anzeigen von Werbung hinaus und stärkt die Markenloyalität, indem es dem Nutzer ein wertsteigerndes Erlebnis bietet.